„Anubis“

Die Ausstellung von Thomas Riesner wurde am 11. 01. 2019 eröffnet.

Thomas Riesner Ausstellungsplakat

Anubis, das ist der ägyptische Gott, der für die ordnungsgemäße Begleitung in das Totenreich zuständig war. Er wird bereits in den Hieroglyphen mit einem schönen Hundekopf dargestellt, edel und majestätisch, halb Tier, halb Mensch. Aus dem Grabschatz des Tutanchamun wurde eine plastische Darstellung, der Anubisschrein, geborgen. Dieser besteht aus schwarzem Holz, mit goldfarbenen Verzierungen. In seinen Arbeiten „Totenpyramide“ und „ Totenkult“ zitiert ihn Thomas Riesner. Seit fast dreißig Jahren arbeitet er künstlerisch. Er gehört zu den Outsiderkünstlern, die sehr produktiv sind. Wer ihn googelt, wird über seine große Internetpräsenz erstaunt sein. Von Facebook bis Instagram, auf diversen Kunst- und Galerieplattformen; Thomas Riesner ist zahlreich vertreten. Dort kann man auch die Etappen seiner künstlerischen Entwicklung verfolgen, seine Ausstellungs-und Publikationstätigkeit und seine Auszeichnungen. Er kümmert sich selbst um die Aktualisierungen und stellt die neuesten Arbeiten ein. Bereits vor über zwanzig Jahren war sein unbekümmerter und kraftvoller Umgang mit Gestaltungsmaterialien beeindruckend . Farbe, Papier, Stoff, Leinwand und Pappe wurden großzügig be-und übermalt , da bangte manche Kursleiterin um ihren Farbvorrat. Es waren eher wilde, abstrakte Formen, die manchmal mit dekorativen und archaischen Elementen ergänzt wurden. Intensive Blautöne in allen Abstufungen wurden oft mit Schwarz, öfter auch Rot kombiniert, und eher sparsam mit anderen Farben ergänzt. Nur selten, aber dann auch sehr eindrucksvoll , tauchten in den frühen Jahren figurative Momente auf: „ein Auge, ein Mund, ein Gesicht, eine Gestalt, eine tierische Wesenheit. So eine vogelähnliche Figur, die von zwei Augen begleitet wird, war die Vorlage für das Logo vom Sächsischen Psychiatriemuseum und vom Durchblick e.V.
Seit ein paar Jahren drängt die leidende und gequälte Kreatur in seine Bildwelt. Kleine Menschlein, wohl Kinder, werden von Größeren, wohl Erwachsenen, bis aufs Blut gepeinigt und auf alle nur denkbare Art misshandelt. Festgebunden und in Kisten gesperrt, sind sie Torturen ausgeliefert, die schwerlich zu überleben sind. Manchmal ist medizinisches Gerät erkennbar, manches deutet auf psychiatrische Gewalt und schreckliche Opferrituale. Da ist der Tod ganz nah und Anubis sein ägyptischer und antiker Begleiter. Auf Nachfrage , weshalb Thomas Riesner dieses Thema gewählt hat, antwortete er: „ ich habe mich eigentlich schon immer für Ägypten interessiert. Mich interessieren sowieso die verschiedensten Religionen, damit beschäftige ich mich schon lange“.

Rosi Haase

 

 


26. 01. 2019