Seit 1994 gibt es in Leipzig Patientenfürsprecher. Unmittelbar nachdem das Sächsische Psychiatriegesetz herauskam gab es eine Besprechung auf Anregung der Stadt Leipzig mit seinem damaligen Beigeordneten für Gesundhheit und Soziales Dr. Zimmerman, dass diese Aufgabe umgesetzt werden sollte. Dazu wurden Vorschläge gesucht. Alle Vereine die psychosoziale Versorgung als Aufgabe hatten wurden angefragt, wobei der Durchblick e. V.  damals der einzige war der einen Projektvorschlag gemacht hat. Die Patientenfürsprecher werden über die Stadt Leipzig bestellt und sind im Durchblick organisatorisch angebunden.
Patientenfürsprecher gibt es in fast allen Bundesländern bei unterschiedlichen Auftrags- und Gesetzesgrundlagen. In manchen Bundesländern sind Patientenfürssprecher im Psychiatriegesetz verankert in anderen wiederum nicht. Da gibt es teilweise Vereinbarungen zwischen den Kliniken und den Kommunen.

In Sachsen ist die Gesetzesgrundlage das Sächsische Psychiatriegesetz §4. Das Gesetz schreibt u. a. vor, dass die Kommunen, in dem Fall also dann die Stadt Leipzig, auch eben für die Patientenfürsprecher zuständig sind, wie sie überhaupt für die Hilfen, die dort vorgeschrieben sind und auch für die anderen Maßnahmen, die dort drin beschrieben sind zuständig ist. Die zweite Grundlage ist der Landespsychiatrieplan der letzte ist von 2011, und da ist es auch noch einmal festgeschrieben und ausführlicher erläutert, welche Aufgaben Patientenfürsprecher haben. Und vom Grundsatz her, das steht natürlich so im Gesetz nicht drin aber wenn man es interpretiert, ist das Anliegen die Demokratisierung der Psychiatrie und die Transparenz in diesem Bereich.
Der Patientenfürsprecher sollte vermitteln zwischen den unterschiedlichen Interessen Klinik – Patient oder auch Heim und Bewohner.

Vermitteln heißt bestehende Probleme ansprechen und dazu beitragen, dass diese Probleme, Konflikte gelöst werden können.
Er kann sich dazu auch an die  Heim oder Klinkleitung wenden . Und noch ein anderer Aspekt ist wichtig dass er als Ansprechpartner  für die Patienten erst mal auch zur Verfügung steht und zwar ohne jede Reglementierung dass er sozusagen jeder muss einen Zugang zum Patientenfürsprecher haben, dieses Recht steht jedem Patienten oder Heimbewohner zu.
Der Patientenfürsprecher vermittelt zwischen dem Arzt und dem Patienten auch zwischen Schwestern und dem anderem therapeutischen Personal. Das ist eine große Herausforderung, der Patientenfürsprecher ist ja ehrenamtlich tätig, er kann auch nicht die ganze Zeit da sein, sondern ist nur einen bestimmten Ausschnitt der Zeit da. Und da spielen in einer Klinik in vielen Bereichen auch die unterschiedlichen Hierarchien eine Rolle und je nachdem, wie der Patient wahrgenommen wird, als Patientenfürsprecher wahrgenommen wird, Wichtig ist wirklich noch dass er Kontakt zu dem Personal hält das er nicht zu sehr auf die Seite des Personals setzt wiederum, dass er auch einen kritischen Blick behält auch zugleich nicht zu kritisch, dass er dann vom Personal abgelehnt wird.
Die Kommunikation zwischen den Einrichtungen und den Patientenfürsprechern hast sich stetig verbessert. Über die vielen Jahre ist das Vertrauen in die Patientenfürsprecher gewachsen. das war am Anfang schwierig, weil viele der Patientenfürsprecher im Durchblick sind Psychiatrieerfahrene sind und somit auch eine Doppelrolle einnehmen.
Für die Patientenfürsprecher bestehen Weiterbildungsangebote z. B. vom Land, es wird Rechtberatung durch Juristen angeboten. Es gibt als Ansprechpartner eine Mitarbeiterin des Vereins des Vereins auch den Psychiatriekoordinator der Stadt Leipzig, Thomas Seyde der im übrigen mindestens einmal im Jahr an den regelmäßigen Treffen teilnimmt.

Die regelmäßigen Treffs und der Austausch untereinander dienen der Supervision.
Es ist wichtig, dass Probleme die man man nicht klären konnte, besprochen werden können.

Überblick

Patientenfürsprecher sind freiwillige, vom Oberbürgermeister für je max. 5 Jahre bestellte Personen, die sich, unabhängig von jeder Institution, für die Belange von stationär untergebrachten Psychiatriebetroffenen einsetzen.
Der Durchblick e. V. koordiniert im Auftrag der Stadt Leipzig die Tätigkeit der Patientenfürsprecher. Ansprechpartnerin des Teams ist Katja Fardun.
Momentan sind sechs Patientenfürsprecher im der Helios-Parkklinik Probstheida, in der Universitätsklinik für Psychiatrie, in der Soteria, in verschiedenen Sozialtherapeutischen Wohnheimen für Psychisch Kranke sowie im Haftkrankenhaus und Maßregelvollzug tätig. Interessenten können uns gern ansprechen.
11. 07. 2017